Der Kunstwerkstatt des Diakoneo-Bereichs Wohnen ein öffentliches Forum zu bieten, ist die Absicht der neuen Ausstellung „DerZauberberg“ im Bürgertreff Neuendettelsau. Und schon die vom Bündnis für Familie veranstaltete Vernissage am Freitagabend (29. Mai) war mit rund 60 Besucherinnen und Besuchern ein Erfolg. Die Leiterin der Kunstwerkstatt, Susanne Droßbach, nutzte das Forum, die Neuendettelsauer Einrichtung sowie einige der Künstlerinnen und Künstler vorzustellen.
In der Werkstatt können Menschen mit Unterstützungsbedarf aktiv an ihren Begabungen arbeiten. „Verbal sich auszudrücken, tun sie sich oft schwer“, erläuterte Droßbach. „Aber auf Papier und Leinwand können sie ihre Gefühlswelten sichtbar machen.“ Bildnerisches Gestalten sei für Menschen mit Unterstützungsbedarf ein elementares Ausdrucksmittel. „Hier kann sich ihre Kreativität entfalten.“ Die zahlreichen Bilder, den den Bürgertreff schmücken, sind ein Ausschnitt aus dem aktuellen kreativen Schaffen der Künstlerinnen und Künstler.

Einen neuen Impuls für gestaltende Technik und vertieftes Auseinandersetzen mit der eigenen Kreativität hat den Teilnehmenden ein dreitägiger Workshop im Atelier des Mörsacher Künstlers Reinhard Zimmermann gegeben. Angeleitet setzten sie sich mit der Wirkung von Farben sowie mit den Themen „Schöpfung“ und „Geburt eines Sterns“ auseinander. Es enstanden eine Reihe von Kunstwerken, in denen Farben miteinander schwingen und trotz klarer Strukturen den Betrachtern viel Raum zur Interpretation bleibt. „Viele dieser Bilder spiegeln die Seele der Schaffenden“, sagte Zimmermann bei der Vernissage.

Das Bild von Robert Westenfelder mit dem Titel „Novodettelsibirsk“ hat die Oberin der Diakoneo-Gemeinschaft, Pfarrerin Sabine Meister, kürzlich zu einer Predigt inspiriert. Sie sieht darin einen Ort, an dem alles in Bewegung ist, alles „ein weinig verrutscht“, aber dennoch offen für Neues. Das Bild drücke Hoffnung aus, weil es zwar steile Treppen zeige, die nur mit Anstrengung zu bewältigen seien. Aber immerhin Wege zeige, die in eine helle Zukunft führen.
Die Vernissage wurde musikalisch umrahmt von den Musikern Frank Zelinsky (Gitarre) und Michael Spieker (Violine) mit Stücken, die Leichtigkeit und Freude ausstrahlen. Zu Beginn hatte die Veeh-Harfen-Gruppe von Ruth Kupser und Susanne Droßbach gemeinsam mit Erika Fleischmann und Johanna Täufer die Veranstaltung eröffnet. Bei einem Glas Sekt und Häppchen vom reichhaltigen Buffett konnten sich die Gäste mit den Künstlerinnen und Künstlern austauschen.
Lob zollte 3. Bürgermeister Andreas Götz der Kunstausstellung. Sie sei ein wichtiger und sichtbarer Baustein für die Inklusion innerhalb Neuendettelsaus. Mit der vielfältigen Ausstellung werde die Kreativität der Menschen mit Unterstützungsbedarf in der Öffentlichkeit sichtbar. Der Bürgertreff sei ohnehin ein Ort, an dem Inklusion gelebt werde. Er erinnerte daran, dass das Bündnis für Familie nicht zuletzt mit dem Dorfkino eine enge Zusammenarbeit mit dem Diakoneo-Bereich Wohnen pflege.
Die Bilder der Kunstwerkstatt sind im Bürgertreff in der Passage bis Ende August ausgestellt. Zu besichtigen sind sie bei allen öffentlichen Veranstaltungen, insbesondere während der Offenen Treffen dienstags und donnerstags jeweils von 14.30 bis 17 Uhr.

