In den kommenden Wochen werden 77 ukrainische Männer, die in russischen Gefängnissen oder Straflagern sitzen, Weihnachtspost aus Neuendettelsau erhalten. Auf Einladung des Unterstützerkreises „Sicherer Hafen“ haben Teilnehmer und Teilnehmerinnen eines Workshops am 28. und 31. Oktober diese Briefe mit Hoffnung machenden Grußbotschaften im Bürgertreff geschrieben.
Die Adressaten sind überwiegend Personen, die nach dem russischen Überfall auf das Nachbarland in den ersten Kriegstagen aus Orten im Südosten und Osten der Ukraine verschleppt und inzwischen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden sind. Teilweise sollen sie Folter ausgesetzt sein. Post aus europäischen Staaten mit der Botschaft, dass sie nicht vergessen sind, macht den Adressaten Mut, ihr Schicksal bis zur hoffentlich baldigen Freilassung zu erdulden.
Für viele Teilnehmende war der Workshop eine erste intensive Berührung mit kyrillischer Schrift. Denn die Briefe mussten in russischer Sprache verfasst werden aufgrund der Befürchtung, dass sie sonst nicht durch die russische Zensur kommen. Kyrillische Schrift ist für den mitteleuropäischen Sprachraum, der die lateinische Schrift nutzt, eine echte Herausforderung. Gerade die Hilfe von ukrainischen Lehrerinnen, die vor dem Angriffskriegs Russland zu uns geflohen sind, war sehr wertvoll.
Organisiert hatten den Workshop Dorothea Küpper, die auch Mitglied in der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) ist, und Darya Sergeeva. Die IGFM stellte die Adressen der Aufenthaltsorte zur Verfügung, an denen sich die Gefangenen derzeit befinden.

