Nachgerade mit beschwingten Herzen spendete das Publikum einen langanhaltenden Schlussapplaus und dankte damit dem Damenensemble für eine Stunde feiner Salonmusik im Bürgertreff. Dem Spiel der vier Instrumentalistinnen zuzuhören, die helle Stimme der Sopranistin zu vernehmen und eingestreuten Gedichten zu lauschen, begeisterte die Besucherinnen und Besucher im stark besetzen Raum. Das Frühlingskonzert am Freitag (8. Mai) war eine kleine Hommage an den Monat Mai.

Dabei, so erzählte die Leiterin den Ensembles, Ilse Grünert, stand das Konzert noch am Vorabend auf der Kippe. Aus gesundheitlichen Gründen hatte die Flötistin kurzfristig absagen müssen. Doch die routinierte Musikerin ersann Rat. „Wenn andere vor dem Fernseher einschlafen“, unkte sie, setzte sie sich an den Computer und arbeitete Bastons Flötenkonzert C-Dur für Violine um. Mit Hanna Reingruber ergänzte sie das gestutzte Quartett und am Vormittag vor der Aufführung setzte sie eine Probe an. Das Ergebnis: ein gelungenes Entreé in die Konzertstunde. Nur den geplanten Satz aus Vivaldis Frühling musste das Publikum verschmerzen. Ohne Flöte quasi unspielbar.
Quantz, Bononcini, Locatelli, Torelli – mit Leidenschaft interpretierten Hanna Reingruber (Violine), Heide Frank (Violine), Christiane Henche (Violoncello) und Ilse Grünert (Klavier) die alten Meister der Barockmusik. Das Luther-Lied „Die beste Zeit im Jahr ist mein“ sang Maria Gilch in zwei Fassungen. Erheiternd die Mozart-Lieder, die sie mit Klavierbegleitung vortrug: „Der Zauberer“ und „Warnung“, in denen es um die möglichen Folgen der vom Mai geweckten Liebesgefühle geht, sowie die „Zufriedenheit“ und „Das Veilchen“ – Letzteres die Vertonung eines Goethe-Gedichts. Die Lieder und nicht zuletzt eingestreute Gedichte, von Heide Frank vorgetragen, machten den Nachmittag zu einem beschwingten Genuss. Und die Moderation von Ilse Grünert mit Informationen zu den Komponisten zu einem lehrreichen Vergnügen.

Ilse Grünert bereicherte zum dritten Mal mit einem Ensemble das kulturelle Programm im Bürgertreff. Im Herbst sei sie wieder herzlich willkommen, lud Wolfgang Kinkelin in seiner Begrüßung für das Bündnis Familie ein. Ein Blumengruß, den er zum Abschluss an die Musizierenden überreichte, solle sie daran erinnern.

