Eine entspannte Begegnung von Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern war die Kaffeetafel International am Sonntag (27. September) im Bürgertreff. Zum Welttag des Migranten und des Flüchtlings hatten die Kommunale Integration und das Bündnis für Demokratie und Zusammenhalt eingeladen. „Dieses Zusammenkommen in ungewungener Atmosphäre ist ein schöner Beitrag, gegenseitiges Verständnis zwischen Geflüchteten und der einheimischen Bevölkerung aufzubauen“, so das Fazit von Susanne Wittmann vom Diakonischen Werk.
Sie und ehrenamtlich Mitarbeitende im Bürgertreff hatten mit geschmückten Tischen für eine einladende Atmospäre gesorgt. Zahlreiche Frauen bereicherten mit typischen Kuchen und Gebäck aus ihren Kulturkreisen die Kuchentheke, die von den etwa 60 Besucherinnen und Besuchern stark frequentiert wurde. Angesichts des schönen Wetters hatten Kinder die Möglichkeit zum Spielen auf der Terrasse. Einige kurze Einlagen mit Musik aus seinem Heimatland Afghanistan steuerte Shah Valy Hussaini auf seiner Tambura bei. Ganz nach dem Motto der gemeinsamen Veranstaltung: „Heute Nachmittag möchten wir einfach ein paar unbeschwerte Stunden zusammen verbringen und allen Anwesenden zeigen, dass Neuendettelsau Heimat für alle sein kann, egal woher sie kommen“, begrüßte Susanne Wittmann. „Denn Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl von Sicherheit.“
Das Thema des Welttags lautete „Auch nur eines von diesen Kindern“. Hans Emmert aus Schillingsfürst griff dieses Thema auf, indem er über die Entstehung des Buchs „Rahil – Flucht in ein neues Leben“ berichtete. Gemeinsam mit Moneer Ballish, der im Jahr 2015 mit seiner Familie aus Syrien geflüchtet ist, schrieb er die eindrückliche Geschichte eines Mädchens, das die Flucht aus den Fängen eines Diktators erlitt und sich in Deutschland in Sicherheit befindet. Doch auch dort erfährt es Demütigung, bis es schließlich selbstbewussten Umgang mit Gleichaltrigen lernt. „Eine Geschichte, die Mut macht“, so Hans Emmert. Einige Abschnitte aus dem Buch trug Peter Wilscher vom Bündnis für Demokratie und Zusammenhalt vor.
In Neuendettelsau leben mehr als 400 Geflüchtete aus unterschiedlichen Ländern, nicht zuletzt aus Ukraine und Afghanistan. Unterstützt werden sie von Ehrenamtlichen, die im Unterstützungskreis „Sicherer Hafen“ organisiert sind, sowie von Mitarbeiterinnen des Diakonischen Werks und der Caritas. Allerdings sollen die Stellen der Flüchtlingsberaterinnen zum Jahresende eingespart werden. Einige Freiwillige geben seit Jahren ehrenamtlich Deutschunterricht und unterstützen bei der Suche nach Wohnungen und Arbeitsstellen. Im Bürgertreff kommen seit dessen Gründung regelmäßig Gesprächskreise zusammen, die sich um die Integration Geflüchteter in die Dorfgemeinschaft bemühen. Der Gesprächskreis Deutsch International mit Walter Dummert und Team jeden Samstag (außer in den Ferien) von16 bis 18 Uhr und der Internationale Frauenkreis jeden vierten Montag eines Monats ab 18.30 Uhr unter der Leitung von Franziska Ordner.

